Presseinformation

29.10.2013

Gedenken an die Opfer der Euthanasie-Morde

dokumentarische Textcollage vorgetragen von: Anne Katrin Gudat, Laura Kerstin Schmidt, Artur Leopold Bauch, Henriette Lupke, Anja Ganneck, Lydia Hörster und Sylvia Hofrichter
Oberbürgermeisterin Dr. dietlind Tiemann liest den Namen eines Opfers vor

Am Montag, 28.10.2013, erinnerten in der Nikolaikirche in Brandenburg an der Havel Schülerinnen und Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums an das Ende der nationalsozialistischen „Euthanasie“- Mordaktion in Brandenburg an der Havel. Mit einer dokumentarischen Textcollage gedachten sie der letzten 58 Patienten, die vor genau 73 Jahren, am 28. Oktober 1940, im Alten Zuchthaus am Nicolaiplatz ermordet wurden. Unter den Ermordeten befanden sich 57 Kinder.

 

Zu den weit über 100 Gästen der Gedenkveranstaltung zählten auch Innenminister Ralf Holzschuher und Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann.

In ihrem Grußwort dankte die Oberbürgermeisterin den Schülerinnen und Schülern für die Gedenkveranstaltung, die sie selbst organisiert hatten und sagte: „Ihr habt dafür gesorgt, dass die Kinder, die am 28.10.1940 in die als Duschraum getarnte Gaskammer geführt und heimtückisch ermordet wurden, nicht länger zum namenlosen Heer der „Euthanasie“- Opfer zählen, sondern einen Namen bekommen. Ihr fühlt Euch verpflichtet, die Erinnerung wach zu halten und übernehmt Verantwortung für die Zukunft. Das beeindruckt mich sehr und dafür danke ich Euch!“

 

Während der Gedenkveranstaltung lasen die Teilnehmer die 58 Namen der ermordeten Patienten vor.

 

Von Januar bis Ende Oktober 1940 ermordeten die Nationalsozialisten in Brandenburg an der Havel 9.000 Patienten. Seit August 2012 erinnert eine Gedenkstätte am historischen Ort an dieses Verbrechen.