Presseinformation

18.01.2007

Junge Lehrer brauchen Zukunftsperspektive

Mit Unverständnis hat die Oberbürgermeisterin von Brandenburg an der Havel Äußerungen aus dem Bildungsministerium über eine nach wie vor zu hohe Zahl von Lehrern im Land Brandenburg zur Kenntnis genommen. Im Zusammenhang mit einer Meldung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, wonach im vergangenen Jahr 166 Absolventen die Lehrerausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, wurde den jungen Lehrerinnen und Lehrern durch einen Sprecher von Bildungsminister Holger Rupprecht wenig Hoffnung auf eine unbefristete Einstellung an Brandenburger Schulen gemacht. Als Grund dafür wurde das begrenzte Potenzial an Neueinstellungen genannt.

 

Vor dem Hintergrund dieser Äußerungen erinnerte Dr. Dietlind Tiemann an die Feststellungen und Schlussfolgerungen, die das Bildungsministerium Mitte November 2006 nach dem Erscheinen der PISA-Folgestudie veröffentlicht hatten. Die unbefriedigenden Ergebnisse der Studie wurde damals als Beleg dafür gewertet, wie wichtig das Engagement und die Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern für den Unterrichtserfolg sind.

 

Tiemann: „Wenn Minister Rupprecht damals sagte, dass wir uns verstärkt fragen müssen, wie wir die Lehrkräfte künftig noch besser unterstützen und motivieren können, dann betrachte ich die jetzigen Äußerungen als kontraproduktiv und nicht zielführend. Es gibt viele Entwicklungen, die uns an unseren Schulen Sorgen bereiten, wie zum Beispiel die zunehmende Zahl der Schulverweigerer und die oft mangelhafte Qualität der Schulabschlüsse, die großen Klassenstärken bei gleichzeitig drohender Schließung weiterer Schulen oder der häufigen Ausfallstunden und die damit verbundenen Probleme. Das Land sollte alle Möglichkeiten ausnutzen, die inhaltliche und räumliche Qualität der schulischen Bildung zu verbessern. Zur viel zitierten Bildungsoffensive zählt aus meiner Sicht daher auch, mehr jungen Lehrerinnen und Lehrern eine Zukunftsperspektive zu geben.“